Ein Jahr Corona: Kinder leiden, Kleinkinder erleben falsche Normalität

Fast jedes dritte Kind zeigt knapp ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie psychische Auffälligkeiten.

Die Copsy-Studie des Universitätklinikums Hamburg-Eppendorf hat ergeben: Fast jedes dritte Kind zeigt knapp ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie psychische Auffälligkeiten. Ängste, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden haben seit Juni 2020 zugenommen. Besonders betroffen sind Kinder aus sozial schwächeren Familien und mit Migrationshintergrund. Für die Studie wurden erneut 1000 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren und 1600 Eltern befragt.


Aber wie steht es um die Kleinkinder? Der renommierte Entwicklungspsychologe Rüdiger F. Pohl hat in einem aktuellen Interview darauf hingewiesen, dass die Kleinsten vor großen Herausforderungen stehen. Denn für sie ist das Leben in der Pandemie die Normalität. Und sie werden eine enge und liebevolle Begleitung brauchen, wenn sich ihre Welt vollkommen auf den Kopf stellt: Warum ist Papa nicht mehr ständig zuhause? Warum trägt niemand mehr eine Maske? Warum dürfen wir Oma auf einmal besuchen? Warum berühren und umarmen sich die Menschen?


Pohls Rat an Eltern und Erzieherinnen: Den Kindern jetzt möglichst viel Sicherheit geben, Sorgen von ihnen fernhalten und ihnen so viel Zuwendung schenken wie möglich. Je stabiler sie in die neue Normalität starten, desto leichter werden sie sich auf sie einstellen können. Und desto weniger ist zu befürchten, dass sie als Erwachsene von Ängsten aus der Kindheit eingeholt werden.

(c) Ketut Subiyanto von Pexels

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