Thema: Seelische Gesundheit

Was ist Gesundheit?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den Begriff der Gesundheit als einen „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“. Dabei wird ein besonderes Gewicht auf die subjektive Einschätzung des erlebten Wohlbefindens gelegt. Und diese ist nicht immer einfach. Auch Kinder und Jugendliche können starke seelische Belastungen erleben. Oft sprechen sie nicht darüber, wie sie sich fühlen oder welche Sorgen sie plagen.

Natürlich ist nicht jede Stimmungsschwankung oder jedes unerwartete Verhalten Ausdruck eines psychischen Problems. Wer sich jedoch Sorgen macht, weil er über einen längeren Zeitraum den Eindruck hat, dass ein Kind oder Jugendlicher sich nicht wohlfühlt, sollte reagieren. Eine frühe Behandlung kann verhindern, dass seelische Belastungen zu psychischen Erkrankungen führen.

Seelisch gesund erwachsen werden

Die Forschung über Schutzfaktoren in Bezug auf seelische Erkrankungen (Resilienzforschung) hat gezeigt, dass insbesondere positive Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit eine wichtige Rolle spielen.

Sichere, vertrauensvolle Bindungen zu engen Bezugspersonen führen zu einer positiven Selbst­wahrnehmung und zu Selbstvertrauen. Der resiliente Mensch hat eine innere Ressource (Kraft) zur Verfügung, die es ihm erlaubt, Belastungen und Herausforderungen besser zu bewältigen. Er wird auch in schwierigen Lebenssituationen nicht leicht verzweifeln, sondern konstruktive Lösungswege suchen und finden. Auf Basis seiner emotionalen Stabilität kann er Empathie (Einfühlungsvermögen) mit anderen und soziale Kompetenz entwickeln.

Weitere Schutzfaktoren

Von hoher Bedeutsamkeit für eine gesunde seelische Entwicklung sind darüber hinaus soziale Ressourcen. Hierzu gehören ein offenes und unterstützendes Familienklima, eine angemessene Wohnsituation sowie ein leichter Zugang zu Bildungsangeboten. Später spielen soziale Unterstützung durch Gleichaltrige und Erwachsene, tragfähige Freundschaften und positive Schulerfahrungen eine zentrale Rolle.